Beneiderin des Gutts das dir doch selbst gebricht
Was hat dein kühner Mund Dorinden vorzurücken?
Du spottest daß bey ihr der Augen doppelt Licht
Mit falschen Strahlen nach der Seite pflegt zu blicken.
Warum erwehnest du der zarten Wangen nicht?
Der schönen Brust nach der wir tausend Seuffzer schicken?
Soll dieser Fehl allein der dich ins Auge sticht
Den wohlerworbnen Ruhm der Schönheit unterdrücken?
Ach solten wir zugleich das Feuer zweyer Sonnen
Erdulden da den Mohr nur eine schwärzt und brennt
Wir wären längst wie Schnee und mürbes Wachs zerron-
nen:
Wenn Phebus Westenwerts sein flammend Antlitz wendt
Und gegen Morgen blinckt des Mondens Silber-Schein
Solln darum mangelhafft des Himmels Blicke seyn?