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1646–1699

9. Die Schöne Schielende.

Hans Aßmann von Abschatz

Beneiderin des Gutts das dir doch selbst gebricht Was hat dein kühner Mund Dorinden vorzurücken? Du spottest daß bey ihr der Augen doppelt Licht Mit falschen Strahlen nach der Seite pflegt zu blicken.

Warum erwehnest du der zarten Wangen nicht? Der schönen Brust nach der wir tausend Seuffzer schicken? Soll dieser Fehl allein der dich ins Auge sticht Den wohlerworbnen Ruhm der Schönheit unterdrücken?

Ach solten wir zugleich das Feuer zweyer Sonnen Erdulden da den Mohr nur eine schwärzt und brennt Wir wären längst wie Schnee und mürbes Wachs zerron- nen:

Wenn Phebus Westenwerts sein flammend Antlitz wendt Und gegen Morgen blinckt des Mondens Silber-Schein Solln darum mangelhafft des Himmels Blicke seyn?

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