Dorinde klaget sich beschwert mit vielen Flüssen
Weil ihr vor langer Zeit ein feuchter Regenbogen
Den Himmelblauen Kreiß der Augen hat umzogen:
Der heissen Seuffzer Rauch hat sie so sehr gebissen.
Die Glutt die manchen Pfeil Cupidens schmiden müssen
Ist allzusehr bewegt zur Ess’ hinaus geflogen.
Der Angst-Schweiß den sie hat viel Hertzen abgesogen
Muß wieder Tropffenweiß auff ihre Wangen schissen.
Die Röthe giebt den Preiß Rubinen und Corallen
Zinober hat den Ruhm vor andern Farben allen:
Was schadets ob er nicht am rechten Orte steht?
Die Sonne sieht so aus wenn sie zu Golde geht
Und also lässet sich die Morgen-Röth’ im Thauen
Mit Perlen-Thränen und in vollem Purpur schauen.