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1646–1699

8. * Die Schöne Rothäugichte. *

Hans Aßmann von Abschatz

Dorinde klaget sich beschwert mit vielen Flüssen Weil ihr vor langer Zeit ein feuchter Regenbogen Den Himmelblauen Kreiß der Augen hat umzogen: Der heissen Seuffzer Rauch hat sie so sehr gebissen.

Die Glutt die manchen Pfeil Cupidens schmiden müssen Ist allzusehr bewegt zur Ess’ hinaus geflogen. Der Angst-Schweiß den sie hat viel Hertzen abgesogen Muß wieder Tropffenweiß auff ihre Wangen schissen.

Die Röthe giebt den Preiß Rubinen und Corallen Zinober hat den Ruhm vor andern Farben allen: Was schadets ob er nicht am rechten Orte steht? Die Sonne sieht so aus wenn sie zu Golde geht

Und also lässet sich die Morgen-Röth’ im Thauen Mit Perlen-Thränen und in vollem Purpur schauen.

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