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1646–1699

6. Die Schöne Ubelangelegte.

Hans Aßmann von Abschatz

Ich weiß nicht wo ich nur soll Speil und Nägel kriegen Geschweige Nadeln gnug und Bänder auffzubringen Dadurch man Kleid und Haar in Ordnung könte zwingen. Doch laß es immerhin nach alter Weise fliegen.

Sol streut die Strahlen aus die alles Licht besiegen; Viel schöner sind zertheilt des Papagoyens Schwingen. Hört Vögel in dem Wald und aus dem Keficht singen Die freyen werden euch weit mehr als die vergnügen.

Ein muthig Roß nimmt nicht zu harte Zäumung an. Dein auff gelößtes Gold gleicht Berenizens Haaren Die an dem Himmel sich zu weisen würdig waren. Was nicht zu sehen taugt bindt und verdecket man.

Uns weißt ein Pörsicht Haubt halb-blosser Brüste Zier Daß dein Unachtsam-seyn geht andrer Auffputz für.

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