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1646–1699

50. Die Schöne Alte.

Hans Aßmann von Abschatz

Was deiner Jahre Lentz nicht hat vermocht zu fangen Steckt deines Herbstes Blitz mit heißen Flammen an. Der Alten Schönheit Glantz die nicht ersterben kan Hat durch die Zeit mehr Macht und neuen Trieb empfangen.

Man erndtet reiffe Treu’ in Furchen deiner Wangen Der Jugend Wanckelmutt steht hier auff fester Bahn: Ob Brust ob Haare weiß beruht in blossem Wahn. Die Liljen sieht man auch mit weißer Krone prangen.

Brennt wohl ein grünes Holtz? die Eiche wenn sie alt Ist für die Sonn ein Schild ein Schirm für rauhe Winde. Und ihre Zweige seyn der Vögel Auffenthalt. Du die ich gantz hierinn Cybelen ähnlich finde

Hältst in verborgner Flamm ein ewig Feur bereit: Cupid’ ein Kind zu erst ist Riese mit der Zeit.

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