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1646–1699

5. Die Schöne Hinckende.

Hans Aßmann von Abschatz

Muß dieses Wunder-Bild der Abgott vieler Hertzen Auff ungewissem Grund ungleicher Pfeiler stehn? Was Pracht und Witz erhebt macht Demuth noch so schön Was will uns denn an ihr derselben Bildniß schmertzen?

Pflegt nicht die Königin der göldnen Himmels-Kertzen Auch wechsels-weise sich zu sencken zu erhöhn? Der schönen Venus Wirth Vulcan muß hinckend gehn: Man sieht sein schönes Feur mit falschen Springen schertzen.

Vielleicht wird sie dadurch Verliebte minder kühn; Und wär auch dieses nicht so hilfft doch solcher Mangel Daß sie euch nicht so bald kan aus den Augen fliehn. Das kleinste Theil der Welt sieht die zwey Himmels-Angel

In gleichem Stande ruhn; ie mehr sich einer neigt Jemehr sein Gegentheil dort in die Höhe steigt.

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