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1646–1699

49. Die Schöne Häßliche.

Hans Aßmann von Abschatz

Wo nehm' ich Farben her dich zierlich auszuschmücken? Wo find’ ich Worte die genugsam kräfftig seyn Der schwachen Geister Schaar von dir zu bilden ein Die Schönheit die sie nicht mit blödem Aug’ erblicken?

Sie stellen Mängel aus an Nase Schos und Rücken: Der ist nicht lang genung die schwartz und jene klein Und was die Spötter mehr zu deinem Schimpff ausschreyn; Und dennoch müssen sich für dir viel Hertzen bücken.

Ein’ unbekannte Krafft diß Blicken dieser Geist Ein uns verborgner Zug den ich nicht nennen kan Und dennoch fühl’ ists der die Hertzen zu dir reist. Der finstere Magnet zieht blanckes Eisen an

Aus schwartzen Mumien aus Gifft-gefürchten Sachen Kan Klugheit und Verstand ein heilsam Labsal machen.

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