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1646–1699

47. Die Schöne Blasse.

Hans Aßmann von Abschatz

Mein gantz entfärbter Schatz mein mattes Liljen-Kind Das mit Zinober vor und Purpur hat geprahlet Izt auff der Wangen Au die man erstorben findt Die bange Todten-Farb’ in blasse Blätter mahlet

Vor hat mich deine Röth’ in heißer Glutt entzündt Da Schmertz und Beyleid izt aus deiner Bleiche strahlet; Gleich wie mich Sonn und Gold vorhin mit dir verbindt So hält mich izt dein Bley noch fester angepfahlet.

Sieht man die Funcken nicht aus deinem Antlitz schimmern So treff ich doch bey dir die alten Kohlen an Die mit verborgner Glutt in bleicher Asche glimmern. Du bist es die der Welt ein Vorbild zeigen kan

Wie man doch auch den Tag bey trüber Zeit erkennet Bey blassem Schatten auch die Sonne schwärzt und brennet.

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