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1646–1699

31. Die Schöne Sauersehende.

Hans Aßmann von Abschatz

Das äuserliche Thun zeigt meistens vom Gemütte Was angebohren ist wird unvermerckt geweist; Beherrschet nur den Leib ein freundlich-edler Geist So zeiget sich wohl auch von aussen seine Gütte.

Wer aber witzig ist bemeistert das Geblütte Verfälscht das Glaß das sonst der Sinnen Spiegel heist. Nicht alles finstr’ ist Bley nicht alles Gold was gleißt: Offt wohnt ein lindes Hertz in einer rauhen Hütte.

Zu viele Freundligkeit bringt Eckel und Verdruß Die Gall erweckt und reizt des Honigs Uberfluß Durch saure Speisen wird die Essens-Lust ersetzet. Den allerstrengsten Durst bestillt das saure Bier;

Was keine mühe kost taugt weder mir noch dir Verwehrtes Kleinod wird am meisten werth geschätzet.

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