Mir thut du Wechsel-Kind der Lieb' an dir nicht weh
die Unbeständigkeit der flüchtigen Gedancken:
Denn woltestu niemahls von deinem Sinne wancken
So wärestu ein Felß in meiner Thränen-See.
Die heisse Sommers-Zeit zerschmelzt den härtsten Schnee;
Man wird dich gegen mir noch schn vor Liebe krancken.
Bleibt Sonn und Monde doch nicht stets in gleichen Schran-
cken
Sibyllens kluges Blatt führt Zephir in der Höh.
Peleens Wunder-Braut ward bald zu einem Drachen
Bald ward sie mit der Haut des Leuen überdeckt
Das Feuer konte sie doch endlich zähmer machen.
Du die du hast in mir den heissen Brandt erweckt
Würdstu nicht auch einmahl beständig wär’ es viel:
Das Böse hat so wohl als Guttes Maß und Ziel.