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1646–1699

3. Die Schöne Blatternde.

Hans Aßmann von Abschatz

Ihr Perlen die ihr seyd vom Eiter-Thau empfangen Von innerlicher Hitz’ erhöht und ausgekocht! Ihr feuchten Sternen wer von Milch die Strasse sucht Die sonst am Himmel glänzt find sie auff diesen Wangen.

Cupido hat allhier ein Stückwerck angefangen Das zarte Fell bedeckt das Ros’ und Purpur pocht Wie wenn der Wolcken Schleyr zu Trost erdurster Frucht Im heissen Sommer wird der Sonnen vorgehangen.

Ihr Buhler seyd getrost und legt den Kummer hin Daß ihrer Liljen Pracht die Fäulniß wird verletzen: Sie werden freudiger auff diesen Regen blühn. Pflegt die gescheide Welt der Steine Schmuck zu schätzen

Das zarte Muschel-Kind aus tieffer See zu ziehn Hier zeuget die Natur Opal Perl’ und Rubin.

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