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1646–1699

29. Die Schöne Närrin.

Hans Aßmann von Abschatz

Du schöne Närrin du dein ausgelaßner Geist Hat mir die Sinnen auch nach Tichter Art entzückt. Ach wär ich deinen Ruhm zu preisen so geschickt Als du der Welt mit Recht ein kluges Wunder heist.

Wie frey ist doch dein Sinn der sich mit Macht entreist Den Fesseln damit ihn der schöne Leib bestrickt Du andre Pythias aus deinen Augen blickt Cupidens Feuer wie die Brust Apollen weist.

Hier ist kein falscher Schein noch blinder Worte Kunst Dein Hertze wie dein Leib ist ohne Schminck und Dunst Geitz Ehrsucht Traurigkeit sind bey dir eingestellt; Durch die manch kluger Kopff Vernunfft und Witz verloh-

ren. Was Wunder wenn du gleich mein’ Einfalt machst zum Thoren? Wie manchem Narren folgt ein grosses Theil der Welt!

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