Du schöne Närrin du dein ausgelaßner Geist
Hat mir die Sinnen auch nach Tichter Art entzückt.
Ach wär ich deinen Ruhm zu preisen so geschickt
Als du der Welt mit Recht ein kluges Wunder heist.
Wie frey ist doch dein Sinn der sich mit Macht entreist
Den Fesseln damit ihn der schöne Leib bestrickt
Du andre Pythias aus deinen Augen blickt
Cupidens Feuer wie die Brust Apollen weist.
Hier ist kein falscher Schein noch blinder Worte Kunst
Dein Hertze wie dein Leib ist ohne Schminck und Dunst
Geitz Ehrsucht Traurigkeit sind bey dir eingestellt;
Durch die manch kluger Kopff Vernunfft und Witz verloh-
ren.
Was Wunder wenn du gleich mein’ Einfalt machst zum
Thoren?
Wie manchem Narren folgt ein grosses Theil der Welt!