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1646–1699

27. Die Schöne Kröpffigte.

Hans Aßmann von Abschatz

Auff einem Stocke wächst was Spinn und Biene nährt Auff einer Wiese sucht der Ochse frischen Rasen Der Storch die gifftge Schlang’ ein Jagt-Hund seinen Ha- sen:

Was der zu loben denckt scheint jenem tadlens werth. Drum lache wenn dir auch dergleichen widerfährt Wenn man dein hohes Lob zu niedrig will begrasen Weil deiner Kähle Schnee zu hoch sey auffgeblasen.

Ich achte dich dadurch im wenigsten beschwert. Ein ander suche Gifft ich will dein Honig klauben: Wie mancher Seuffzer wie manch süsses Wort steckt hier! Die schöne Venus ziehn ein paar gekröpffte Tauben

Des vollen Halses Glantz ist ihre beste Zier. Cupido wo ich darff dem Augenscheine glauben Hat seinen Blasebalg o schöne Kehl’ in dir.

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