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1646–1699

24. Die Schöne Einäugigte.

Hans Aßmann von Abschatz

Du schönes Green Kind wer giebet mir Bericht Warum dein zartes Haubt ein einig Auge träget? Machts wohl Cupido hier als wie ein Schütze pfleget Der am gewißten zielt durch unzertheiltes Licht?

Thu nun das ander’ auff die Jagt ist schon verricht; Was wiltu mehr wenn mich der erste Schuß erleget? Gib nicht zu daß ein Theil vom Antlitz Schatten heget Wenn jenes immersort die heisse Sonne sticht.

Ich irre mich mein Schatz: Was äuserlich gebricht Wird innerlich ersetzt: Du kanst dem Himmel gleichen Den nur ein grosses Licht auff einmahl muß bestreichen. Man siehet Phöbus Glantz dem nahen Monden weichen

Und diesen wiederum vor jenes Pracht verbleichen. Wer eine Sonne sieht acht tausend Sternen nicht.

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