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1646–1699

18. Die Schöne Blinde.

Hans Aßmann von Abschatz

Schöner Maulwurff blinder Liebe mit Erbarmnis nehm ich wahr Wie der Augenbronnen Bogen seiner Pfeile muß entbehren Wie die roth-beflammten Wangen unbelebte Glutt ernäh-

ren. Wie du must den duncklen Schatten düstrer Nächte stellen dar. Wer erkennet in dem Finstern deiner Ros’ und Liljen Schaar Wenn sie keiner Sonne Stralen an das helle Licht geweh-

ren? Doch der äuserliche Mangel kan die Seele nicht beschweren: Wer die Liebe wer die Warheit schauet sieht genugsam klar. Wird nicht durch den süssen Schlaff iedes Auge zugemacht?

War die junge Welt nicht selbst voller Finsternis und Nacht? Warum solte dich der Abgang deiner Augen schmertzen kün- nen? Sonne blendet Augen trügen aber das Gemütte nicht

Welches in sich selbst gezogen durch die äuserliche Sinnen Unverleitet selbst vom Himmel schöpffet ein gewisses Licht.

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