Schöner Maulwurff blinder Liebe mit Erbarmnis nehm
ich wahr
Wie der Augenbronnen Bogen seiner Pfeile muß entbehren
Wie die roth-beflammten Wangen unbelebte Glutt ernäh-
ren.
Wie du must den duncklen Schatten düstrer Nächte stellen dar.
Wer erkennet in dem Finstern deiner Ros’ und Liljen Schaar
Wenn sie keiner Sonne Stralen an das helle Licht geweh-
ren?
Doch der äuserliche Mangel kan die Seele nicht beschweren:
Wer die Liebe wer die Warheit schauet sieht genugsam klar.
Wird nicht durch den süssen Schlaff iedes Auge zugemacht?
War die junge Welt nicht selbst voller Finsternis und Nacht?
Warum solte dich der Abgang deiner Augen schmertzen kün-
nen?
Sonne blendet Augen trügen aber das Gemütte nicht
Welches in sich selbst gezogen durch die äuserliche Sinnen
Unverleitet selbst vom Himmel schöpffet ein gewisses Licht.