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1646–1699

16. Die Schöne Kahle.

Hans Aßmann von Abschatz

Ob du O Nymphe gleich der Haare bist beraubt So ist es darum nicht um deinen Ruhm geschehen. Läst sich die Rose nie ohn Blatt und Dörner sehen? Ist nicht der junge Wald im Mertzen unbelaubt?

Bestraußter Sternen Haar (Erfahrung hats beglaubt ) Führt nach sich Unglück Sturm und toller Winde Wehen. Wer pflegt den holden Kuß des Glückes zu verschmähen Ob sich von hintenzu gleich zeigt sein kahles Haubt?

Wenn andre mit viel Furcht und Schmertz die Haut bepflü- cken So bleibstu ungeraufft dein Alter unentdeckt. Kan wohl ein Zeug von Schweiß und Fäulnis ausgeheckt

Ein Auswurff der Natur verstellen oder schmücken? Das Schiff ist in Gefahr wenn Flagg’ und Seegel fliegen: Man sieht es deren bloß im sichern Hafen liegen.

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