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1646–1699

15. Die Schöne Zerrissene.

Hans Aßmann von Abschatz

Es mag sich wer da will in stoltzen Purpur kleiden In theurer Würme Grab lebendig hüllen ein: Du schöne Bettlerin kanst nackend schöner seyn Darffst fremder Hoffart Schmuck im wenigsten beneiden.

Die Sonne wenn sich izt die dicken Wolcken scheiden Giebt durch zurißnen Flor den angenehmen Schein; Hier kan die brennende Begier am Helffenbein Der Glieder hin und her mit Lust die Augen weyden.

Das Lust-Hauß deiner Brust der Garten deiner Schoß Mit Lumpen nur umschränckt umzäunt mit Spinnen-We- ben Giebt uns den reichen Schmuck von tausend Blumen bloß.

So pflagen sich in Streit die Kämpffer zu begeben (diß Kleid geht auch der Lieb’ am besten an die Hand ) An Sieges-Kräutzen reich und dürfftig an Gewand.

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