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1646–1699

11. Die Schöne Stumme.

Hans Aßmann von Abschatz

Du die du bist versteckt in ewig stillem Schweigen Bist stumm und machst dein Lob durch hundert Zeugen kund Zwingst tausend Hertzen die von deiner Liebe wund

Des schönen Mundes Ruhm zum Sternen machen steigen. Die Rosen sicht man auch Corallne Lippen zeigen Die Liljen göldne Zung’ und dennoch schweigt ihr Mund. Durch Schweigen birget man des schlauen Hertzens Grund.

Das kluge Schweigen ist dem Witz der Demuth eigen. Ein leer Versprechen stellt den Magen nicht zur Ruh; Die Liebe lässet sich mit Worten nicht vergnügen. Wenn deiner Schönheit noch die Sprache wüchse zu

Ihr würden allzuviel von dir gefesselt liegen. Wärn auch so stumm wie du die falschen Wasser-Frauen So würde man sie schön und nicht betrüglich schauen.

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