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1646–1699

1. Das schöne Kind.

Hans Aßmann von Abschatz

Unreiffer Schönheit Blüt und frühes Morgen-Licht Mit Tocken mehr gewohnt zu spielen als mit Liebe Wenn ich mich wegen dein in stetem Seufftzen übe So lacht die tumme Welt und gläubt mein Leiden nicht.

Doch wie im grünen schon die junge Rose sticht Wie man die Blume lobt aus ihrer Knospen Triebe; So werd ich auch gewahr wie gern ich ruhig bliebe Daß wo die Flamm entsteht auch bald die Hitz ausbricht.

Mein Kind ein neuer Stein schlägt offt am ehsten Glutt: Ein kleiner Funcke darff in frischen Zunder sincken So fängt er wo man nicht bald Gegenwehre thut: Zur Frühzeit siehet man die Venus heller blincken:

Den Mittags-Glantz besiegt der Morgenröthe Zier: Dem heissen Sommer geht der bunte Lentz weit für.

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